Einleitung
„Diese Medikamente fallen weg“ – solche Meldungen sorgen regelmäßig für Verunsicherung. Auch mit der aktuellen Aktualisierung des ungarischen Arzneimittelverzeichnisses (PUPHA, April 2026) taucht diese Frage wieder auf.

Die kurze Antwort:
Nein, die Versorgung bricht nicht weg.
Aber: Für die Praxis ändert sich trotzdem einiges.

Was tatsächlich passiert
Die sogenannte „Streichliste“ betrifft nicht ganze Wirkstoffe, sondern überwiegend einzelne Präparate – meist Generika oder bestimmte Packungsgrößen.

Die Gründe sind klar:

  • Hersteller ziehen Produkte zurück
  • Preisregulierung macht Präparate unrentabel
  • der Markt wird bewusst bereinigt

Das Ergebnis: weniger Auswahl – aber in der Regel keine therapeutische Lücke.

Diese Bereiche sind aktuell betroffen

1. Herz-Kreislauf (z. B. Statine, Blutdruckmittel)
Viele bekannte Präparate wie Rosuvastatin oder Ramipril sind betroffen – allerdings nur einzelne Hersteller.

Bedeutung: praktisch unproblematisch

2. Diabetes (wichtiger!)
Betroffen sind u. a.:

  • Glimepirid (Sulfonylharnstoffe)
  • einzelne DPP-4-Hemmer

Bedeutung:
Therapieumstellungen können nötig werden – mit Blick auf Hypoglykämierisiken nicht trivial.

3. Antibiotika (klinisch relevant)
z. B.:

  • Cefotaxim
  • Ceftazidim

👉 Bedeutung:
Vor allem im stationären Bereich relevant – weniger Auswahl bei i.v.-Therapie.

Das wirklich Wichtige für die Pflege

Hier wird es konkret:

🔴 Enterale Ernährung
Ein großer Teil der gestrichenen Produkte betrifft Spezialnahrung (z. B. VITAFLO-Reihen).

Das bedeutet:

  • echte Umstellungen notwendig
  • besonders kritisch bei Stoffwechselerkrankungen und Kindern

🟡 Schmerztherapie
Einzelne Präparate (z. B. Tramadol-Kombinationen) fallen weg.

👉 Konsequenz:

  • Wechsel möglich
  • Wirkung und Dosierung im Blick behalten

🟡 Wundversorgung – indirekt betroffen
Durch Veränderungen bei:

  • Antibiotika
  • Antimykotika

Bedeutung:
Infektionsmanagement kann sich verändern – besonders bei chronischen Wunden und Dekubitus.

Was jetzt wichtig ist

Für die Praxis heißt das:

  • Medikamente nicht einfach 1:1 ersetzbar → prüfen
  • bei Diabetes und Antikoagulation besonders genau hinschauen
  • Ernährungstherapie aktiv umstellen
  • interprofessionell abstimmen

Fazit
Die aktuelle Streichliste zeigt keinen Versorgungsbruch, sondern eine klare Marktsteuerung.

Für die Pflege bedeutet das jedoch:
👉 mehr Umstellungen
👉 mehr Abstimmung
👉 mehr Verantwortung im Detail

Und genau dort entscheidet sich letztlich die Versorgungsqualität.


Quelle: https://www.neak.gov.hu/preview/felso_menu/szakmai_oldalak/gyogyszer_segedeszkoz_gyogyfurdo_tamogatas/egeszsegugyi_vallalkozasoknak/puphag