Verantwortung und gelebte Solidarität

Am 11. Februar 2026 wurde das neue Zentrum des Johanniter-Ordens in Budapest feierlich eröffnet. Die Verwirklichung dieses bedeutenden Projekts ist in besonderer Weise dem Komendator des ungarischen Johanniter-Ritterordens, István Tomcsány, zu verdanken. Mit großer Hingabe, geistiger Kraft und organisatorischem Geschick hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Zentrum Wirklichkeit werden konnte. Ein großer Dank gilt außerdem allen Unterstützern und Beteiligten, den ungarischen Johanniter-Rittern sowie Familie, Freunden und Förderern. Das Zentrum steht für eine nachhaltige Stärkung der Ordenspräsenz in Ungarn.

Mit seiner Eröffnung wird auf die fast neunhundertjährige Tradition des Ordens verwiesen, der seit seinen Anfängen im Dienst für Kranke, Arme und Schutzbedürftige steht. Bereits im Jahr 2014 hatte die ungarische Regierung einer Vereinbarung zugestimmt, die eine angemessene Unterbringung der ungarischen Johanniter sicherstellen und deren Wirken in Ungarn stärken sollte. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst. Vor der offiziellen Übergabe wurde eine kurze Andacht mit Segnung gehalten, um den geistlichen Charakter der Veranstaltung zu unterstreichen und das neue Haus bewusst in den Dienst des Glaubens und der Nächstenliebe zu stellen. Historische Verantwortung und Verteidigung des Glaubens

An der Feier nahmen hochrangige Persönlichkeiten teil. Unter ihnen waren der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjén, der dem Malteser Ritterorden in Ungarn angehört, sowie Mihály Varga, Präsident der Ungarischen Nationalbank und Ritter des ungarischen Johanniter-Ordens. Semjén stellte in seiner Ansprache die Geschichte des Ordens in einen weiten historischen Zusammenhang. Er erinnerte daran, dass die Johanniter über Jahrhunderte hinweg die christliche Zivilisation verteidigt haben, unter anderem gegenüber der islamischen Expansion in Europa. Die Geschichte des Ordens sei untrennbar mit der Geschichte Europas und Ungarns verbunden. Die Ritter hätten mit ihrem Glauben und ihrem Blut Zeugnis ihrer Treue zu den christlichen Werten abgelegt. Dieses geschichtliche Erbe verpflichte auch in der Gegenwart. Varga betonte, dass der Orden nicht nur auf eine bedeutende Vergangenheit zurückblicke, sondern auch heute noch eine lebendige und handelnde Gemeinschaft sei. Dabei blieben Dienst am Nächsten, Verantwortung und gelebte Solidarität tragende Prinzipien. Das neue Zentrum in Budapest werde die gesellschaftliche Arbeit nachhaltig stärken. Internationale Einheit und Ordensverbundenheit

Der Herrenmeister des Johanniter-Ordens, S. K. H. Dr. Oskar Prinz von Preußen, konnte nicht persönlich anwesend sein. Seine Botschaft wurde durch Ruprecht Graf zu CastellRüdenhausen, Ordensstatthalter im Ruhestand, überbracht, der den Herrenmeister bei der Feier vertrat. Dabei wurde die internationale Verbundenheit der JohanniterGemeinschaft hervorgehoben.

Ebenfalls anwesend war Kristóf Szabadhegy, der Präsident der Ungarischen Malteser-Ritter. In Ungarn verbindet die Malteser und Johanniter eine gewachsene Freundschaft und enge Zusammenarbeit, die im Einsatz für den Menschen viele Früchte trägt. In der Einladung zur Feier wurde betont, dass der Orden „auf unseren Erlöser blickend“ seit 900 Jahren hospitalische Tätigkeit ausübt, also Dienst an Kranken, Armen und Bedürftigen. Diese Formulierung macht deutlich, dass der Johanniter-Orden seine Identität nicht allein aus Tradition, sondern aus einer lebendigen Christusorientierung bezieht. Die Geschichte des Johanniter-Ordens ist geprägt vom Schutz des Glaubens und vom Dienst an Leidenden. Mit der Eröffnung des Budapester Zentrums wird diese historische Sendung in Ungarn sichtbar weitergeführt. Zukunftsauftrag – besonders für junge Menschen

„Für mich ist es von großer Bedeutung, dass der christliche Glaube, die Nächstenliebe und die Verantwortung füreinander auch heute tragende Werte bleiben“, unterstrich eine Teilnehmerin gegenüber der Budapester Zeitung. Es sei auch weiterhin unsere Aufgabe, christliche Nächstenliebe nicht nur zu predigen, sondern auch konkret vorzuleben. „Dabei dürfen wir aber die Zukunft nicht aus dem Blick verlieren. Besonders junge Menschen wachsen heute in einer Zeit auf, die von Unsicherheit, Wertepluralismus, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Entwurzelung geprägt ist.“

Gerade in schweren Zeiten gäben klare Worte Richtung. Sie würden helfen, Konflikte zu überstehen, Spannungen auszuhalten und Turbulenzen nicht als Zerfall, sondern als Herausforderung zu begreifen. „Junge Menschen brauchen Orientierung, keine Ideologie. Sie brauchen Menschlichkeit in Vorbildern, die Glauben und Engagement glaubwürdig verbinden.“ Ehrengarde vor dem Eingang des neuen Johanniter-Zentrums. Foto: MTI/ Róbert Hegedüs Der Johanniter-Orden blickt auf neun Jahrhunderte zurück, auf Zeiten des Kampfes, der Verfolgung, der Umbrüche und des Wandels. Doch sein Kern blieb stets bestehen: der Dienst am Menschen aus dem Geist des christlichen Glaubens. „Wenn es uns gelingt, diesen Geist lebendig zu halten, junge Menschen einzubeziehen und die ökumenische Verbundenheit weiter zu stärken, dann wird dieses Haus nicht nur ein Zentrum des Ordens sein, sondern auch ein Ort christlicher Hoffnung in einer sich wandelnden Gesellschaft.“

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